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Spur 0 Schienen

LR Dampflokomotiven | | Spur 0 Elektrik

Die Namensgebung der Blecheisenbahnen kommt daher, dass nahezu Alles - auch die Schienen - aus verzinntem Blech hergestellt wurde (Plastik gab es damals Gottseidank noch nicht, höchstens Bakelit seit 1909 ;-).

Zuerst gab es im ausgehenden 19ten Jahrhundert ein Sammelsurium von Spurweiten, also dem Abstand der Gleise. Erst MĂ€rklin fĂŒhrte um 1910 eine de facto Standardisierung ein, so dass die Spuren 1, 2, 3 und 4 definiert wurden. Dadurch konnten die Lokomotiven und Schienen aller Hersteller miteinander kombiniert werden.

Die Spur 1 hatte dabei einen inneren Schienenabstand von 45 Millimetern, was einem mittigen Abstand von 48 Millimetern entspricht. Die Spur 0 wurde erst ca. 1920 eingefĂŒhrt, als sich nach dem 1ten Weltkrieg kaum einer mehr die großen und damit auch teuren ModellbahngrĂ¶ĂŸen leisten konnte und infolgedessen eine keinere und billigere SpurgrĂ¶ĂŸe den Durchbruch hatte. Zudem machte auch die Miniaturisierung der damals als Antrieb verwendeten Uhrwerke bzw. Elektromotoren es erstmals möglich kleinere Modelle in industrieller Serienfertigung zu bauen. Die Spur 0 hat einen inneren Abstand von 32mm, was einem mittigen Abstand von 35mm entspricht.

Von MĂ€rklin gabe es drei verschiedene Gleistypen fĂŒr die Spur 0:

3610

Dreileitergleise mit einem durchgehenden Mittelleiter

  • Die Dreileitergleise haben 3 Blechschwellen und 3 Hohlprofil-Blechschienen. Die mittlere Schiene der Gleise ist isoliert und wird daher Mittelleiter genannt, die Ă€ußeren Schienen sind beide leitend mit den Schwellen verbunden. Den Schienen fĂŒr Uhrwerkseisenbahnen fehlt der elektrische Mittelleiter.
  • Bis 1930 gab es diese Schienen mit einem losen Mittelleiter. Bei Herausnahme des Mittelleiters hatte man eine Uhrwerksschiene. Im Vergleich mit den spĂ€teren Gleisen mit festem Mittelleiter ist die StabilitĂ€t deutlich geringer, so dass der Einsatz fĂŒr den Spielbetrieb nicht empfehlenswert ist.
  • Es gab Geraden- und KurvenstĂŒcke mit jeweils zwei unterschiedlichen Kurvenradien
    • fĂŒr den kleinen 8er Kreis mit 8 GleisstĂŒcken fĂŒr einen Vollkreis (Artikel Nr. 3620)
      • mit einem Kreisdurchmesser (Mittelleiter zu Mittelleiter) von 71cm
      • und mit einer LĂ€nge von 26cm (gerade) bzw. 27.2cm (gebogen)
    • fĂŒr den großen 12er Kreis mit 12 GleisstĂŒcken fĂŒr einen Vollkreis (Artikel Nr. 3610)
      • mit einem Kreisdurchmesser (Mittelleiter zu Mittelleiter) von 118cm
      • und mit einer LĂ€nge von 32cm (gerade) bzw. 31cm (gebogen)
    • Alle Schwellen haben eine Breite von 6cm


3640

Progressgleise (Artikel Nr. 3640)

  • Der Unterschied zwischen Dreileitergleisen und Progressgleisen besteht lediglich darin, dass zwischen den drei Schwellen der normalen Blechgleise noch jeweils zwei weitere Schwellen montiert sind. Insgesamt also 7 Schwellen. Dadurch ergibt sich eine bessere Trittfestigkeit.
    • nur fĂŒr den 12er Kreis


3630

Modellgleise (Artikel Nr. 3630)

  • Die Modellgleise haben einen komplett anderen Aufbau mit schwarz-lackierten Eisenschwellen und Vollprofil-Gleisen aus vernickeltem Messing. Die elektrische Funktion ist dieselbe.
    • fĂŒr den 16er Kreis mit einem Kreisdurchmesser (Mittelleiter zu Mittelleiter) von 180cm
    • und mit einer LĂ€nge von 35.3cm (sowohl gerade als auch gebogen)
    • Als Ersatz fĂŒr die Original Modellgleis-Schienenverbinder taugen die HAG Verbinder sehr gut!

Spur 0 Dreileitergleise von anderen Herstellern der damaligen Zeit wie z.B. den Bing Werken oder Karl Bub sind mit den MÀrklingleisen kompatibel, d.h. die Lokomotiven aller damaligen Hersteller konnten gleichzeitig auf dem selben Gleismaterial betrieben werden. Preislich rechnet man so zwischen 1 bis 2 EUR pro Blechgleis und 5 - 8 EUR pro Progress - und Modellgleis. Auch das heutige noch erhÀltliche Gleismaterial von Lionel bzw. MTH ist mit den alten Spur 0 Gleisen kompatibel.

Einzig der Hersteller Paya aus Spanien, der fĂŒr seine schönen Loks und seine ebenso miserable Fahrgestelltechnik bekannt ist, hat es geschafft, Spur 0 Gleise anzubieten, die inkompatibel mit altem Material sind. Das liegt daran, dass der Gleisabstand der Payagleise nicht ca. 36mm sondern 37mm betrĂ€gt. Durch den weiten Abstand ist die SpurkranzfĂŒhrung miserabel, d.h. die Loks eieren ziemlich herum und entgleisen hĂ€ufig. Es wird daher nicht empfohlen, auf Paya-Gleisen zu fahren. Zumindestens nicht zu fahren: Die Schienen mit ihren schwarzen Blechschwellen sehen den Modellgleisen von MĂ€rklin recht Ă€hnlich, so dass sie zumindestens fĂŒr die Vitrine zum Abstellen der Modelle eine gute Figur machen. Preislich sind die Schienen nichts wert, maximal 10 Cent pro StĂŒck.

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