Info

Uhrwerksreparatur

Umbau R66/12920 | | Radbefestigung

Gebrochene Federn bei Uhrwerkslokomotiven waren im Spielbetrieb an der Tagesordnung. Dies ist aber kein Beinbruch, da sich Uhrwerksfedern einfach auswechseln lassen. Dazu muss nicht einmal der Motor zerlegt oder das GehÀuse abgenommen werden.

Zuerst einmal entspannt man die Feder, bis man die Befestigung am hinteren GehĂ€useende lösen kann. Dort besitzen die Zugfedern meistens eine Schlaufe (mit oder ohne Niet), die am hinteren Platinenbolzen eingehĂ€ngt wird oder einen Widerhaken, der in einer GehĂ€useaussparung eingehĂ€ngt wird. Wenn die Feder nun entspannt ist, kann man sie einfach herausziehen und aushĂ€ngen. An der Wickelachse sind die Federn meist in einer Lasche eingefĂŒhrt und dahinter umgebogen. Um die Feder ganz herauszubekommen muss man das Ende der Feder wieder zurĂŒckbiegen.

Nun schiebt man eine neue Feder in die EinfĂ€dellasche der Wickelachse ein und biegt sie hinter der Lasche wieder um. Dazu muss das entsprechende Ende der Feder ausgeglĂŒht worden sein, sonst bricht sie. Mit einem Gasherd funktioniert das gut. Viele Federn werden auch einfach mit einem Langloch in einen Haken eingehĂ€ngt (siehe auch untenstehende Anleitung von Bing. Wenn die Feder eingehĂ€ngt ist, zieht man sie mit dem SchlĂŒssel wieder ein. Danach muss man nur noch das hintere Ende wieder am GehĂ€usebolzen befestigen - fertig. Vor dem Herausnehmen der alten Feder sollte man sich aber grĂŒndlich notieren, wie herum die Feder eingesteckt und aufgewickelt war. Im Zweifelsfall erwischt man immer die Falsche von 2 Möglichkeiten.

Hier die Anleitung fĂŒr Bing Uhrwerke aus dem Katalog von 1912:

Bing-AnleitungUhrwerk

Es passiert hĂ€ufig, dass die Feder aus Versehen wieder losschnalzt. Das kann weh tun und sprichwörtlich ins Auge gehen. Daher schraubt man am hinteren Ende der Feder am besten einen extra-schweren Franzosen an oder befestigt das Ende im Schraubstock. ZusĂ€tzlich sollte man eine Schutzbrille, Handschuhe und einen Schutzweste tragen. Dies ist insbesondere fĂŒr die Reparatur von Spur 1 Uhrwerken angeraten. Diese besitzen enorme SpannkrĂ€fte, die man allzu leicht unterschĂ€tzt und sich die HĂ€nde grĂŒndlich ramponiert.

Neue Zugfedern bekommt man bei alteingesessenen UhrmachergeschĂ€ften oder im Uhrmachergroßhandel - also z.B. bei selva.de.

GĂ€ngige GrĂ¶ĂŸen:

Zugfeder
Uhrwerk LokBreiteStÀrkeLÀnge
MĂ€rklin 9809mm0.4mmca. 80–100cm
MĂ€rklin R880/R8909.5–10mm0.4mmca. 110–130cm
Kraus Fandor 445/455/5557mm0.4mmca. 100–120cm
Fleischmann U320/U3259.5mm0.4mm?
Karl Bub 82xx (kleine Serie)7.5mm0.4mm?
Karl Bub 84xx (große Serie)9.5mm0.4mm?
Bing #485 Spur 09mm0.4mmca. 80–100cm
Bing #3105 Spur 112mm0.5mmca. 140–150cm
Bing Spur 1 (extra stark)16mm0.6mmca. 160–170cm
Hornby #460/#227010mm0.4mmca. 120–140cm
Louis Roussy10mm0.4mmca. 110–130cm

Ein Beispiel: FĂŒr eine Kraus-Fandor 445 Uhrwerkslok brĂ€uchte man eine 7mm breite, ca. 120cm lange und 0.4mm starke Zugfeder. Leichte Variationen um 10% sind tolerierbar, so fern die maximale Breite nicht ĂŒberschritten wird. Gegebenenfalls kann man auch eine alte gebrochene Feder noch gekĂŒrzt einbauen. Bis zu 30% sind ĂŒberhaupt kein Problem, d.h. bei der Kraus-Fandor 445 wĂŒrden auch 70cm RestlĂ€nge noch vollkommen ausreichen, auch wenn dann die Laufzeit natĂŒrlich reduziert ist. Eine neue Feder mit identischen Abmessungen gibt es leider fĂŒr die Kraus-Fandor 445 nicht, aber dafĂŒr gibt es z.B. bei selva.de eine 7mm breite, 120cm lange und 0,45mm starke Feder fĂŒr runde 10 EUR ohne Versand. Oder man nimmt eine etwas schmalere Feder, die 6mm breit, 100cm lang und 0,4mm dick ist.

FĂŒr eine MĂ€rklin R880 bzw. R890 gibt es leider auch keine identische Ersatzfeder aber eine gut passende Feder der Breite 9.0mm, StĂ€rke 0.45mm und der LĂ€nge 130cm.

FĂŒr Spur 1 Uhrwerksloks gibt es keine einfache Lösung aus dem Versandhandel. Hier muss man sich mit einem ErsatzteiltrĂ€ger behelfen oder besser gleich einen kundigen Uhrmacher bemĂŒhen.

Uhrwerk-1 Uhrwerk-2
Uhrwerk-3 Uhrwerk-4
Uhrwerk-5 Uhrwerk-6

Noch ein Tipp, falls man doch das GehĂ€use abnehmen muss, dieses aber verlascht und nicht verschraubt ist: Man sollte beim Aufbiegen der Laschen sehr vorsichtig vorgehen und die Laschen niemals vollstĂ€ndig zurĂŒckbiegen, da das alte Material in der Regel sehr spröde ist und leicht abbricht. Zum Aufbiegen der Laschen benutzt man am besten keine Zange sondern ein geschlitztes Spezialwerkzeug. Mit einer Zange wĂŒrde man nur den Lack beschĂ€digen. Ein solches Spezialwerkzeug stellt man sich schnell aus einer Gewindeschraube mit Sechskantkopf her. Man muss nur in den Schraubenkopf einen passenden Schlitz der entsprechenden Blechdicke einsĂ€gen. Damit lassen sich alle Laschen gefĂŒhlvoll auf und wieder zubiegen (siehe auch hier).

Umbau R66/12920 | | Radbefestigung

Post a Message
Name:
Topic title:
Message:
   


Options: