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Alte Brennstoffe

Lokzugkraft - Die Dritte | | Alte Lacke

In alten Petroleumlampen kam frĂŒher Leuchtpetroleum zum Einsatz. Der Markenname hiess damals Kaiseröl nach der Herstellerfirma Kaiser der Petroleumlampen. Das Petroleum wurde durch die Raffinierie des Petroleumbarons August Korff zugeliefert. Dieser hatte ein Quasimonopol auf die Raffinierung von Leuchtpetroleum, da der Brennstoff eine Zusammensetzung haben musste, welche einerseits die rĂŒckstandsarme Verbrennung und andererseits das sichere Verbrennen ohne Verpuffungen sicherstellen musste.

Das heute erhĂ€ltliche Petroleum entspricht jedoch nicht mehr dem damaligen Leuchtpetroleum, so dass man es nicht fĂŒr Kaiseröllampen verwenden kann. Leuchtpetroleum enthielt noch einen gewissen Prozentsatz weniger leicht flammbare Destillate. Heutzutage ist es hochgereinigt und brennt zu intensiv. Als Ersatz fĂŒr Kaiseröl mischt man Petroleum und Waschbenzin bzw. Terpentinersatz etwa im VerhĂ€ltnis 80:20 bis 90:10. Das genaue VerhĂ€ltnis hĂ€ngt vom jeweiligen Produkt ab und muss selber durch Experimentieren herausgefunden werden. Mischt man zu viel oder zu wenig bei, dann brennt es entweder zu rußig oder zu heftig. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen!

FĂŒr die kleinen miniaturisierten Brenner der alten Modellbahnsignale und Lampen von Bing, MĂ€rklin und Co. ist aber auch dies noch zu intensiv. FĂŒr deren Betrieb mischt man Rapsöl und Petroleum im VerhĂ€ltnis 1:1. Als Docht verwendet man einfach eine starken gedoppelten Baumwollzwirn.

Einen Ă€hnlichen Effekt gibt es bei Brennspiritus, der frĂŒher zur Befeuerung von Echtdampfloks verwendet wurde: Der Spiritus war damals ein destilliertes Naturprodukt mit entsprechenden Verunreinigungen - hauptsĂ€chlich Wasser mit einem Volumenanteil von mehr als 5%. Der heutige Brennspiritus hat jedoch eine Reinheit von teilweise ĂŒber 99 Prozent. Dadurch brennt er wesentlich intensiver. Dem kann man aber abhelfen, indem man 3–5 Volumenprozent destilliertes Wasser zumischt. Auch hier sollte man das beste MischungsverhĂ€ltnis durch Experimentieren herausfinden.

Da reiner Brennspiritus mit fast unsichtbarer Flamme verbrennt, kann man aus SicherheitsgrĂŒnden etwas Backsoda (Natriumhydrogencarbonat) zumengen. Dies fĂ€rbt die Flamme durch das enthaltene Natrium gelb.

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